They say: „One day, your life will pass your inner eye“ …make sure it’s worth watching!
Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen:
die Karren sind umgebaut, es wurde genügend (zuviel) eingekauft, meine Sani-Kenntnisse habe ich erweitert, die Banken-/Versicherungs- Angelegenheiten sind geklärt, usw… Alles in Allem läuft alles nach Plan.
Naja, fast alles!
Unser Mitstreiter aus Karlsruhe hat sich, 11 Tage vor Job 1, entschieden doch nicht mitzufahren und so verflüchtigt sich die Filmerei mit einem lachenden und einen weinenden Auge. Die größten Sorgen unterwegs (abgesehen vom Zwischenmenschlichen) betreffen Diebstahl. Alles was wertvoll ist, muss ich „am Mann“ tragen… immer! Jetzt werde ich auf die Filmkamera, Akkus, Kassetten und Ladegeräte verzichten und kann dennoch Kleinfilme mit meiner DigiCam aufnehmen. Soviel zum lachenden Auge.
Völlig entspannt verließ ich meinen Arbeitsplatz mit Kuchen-bis-zum-Bersten und nu verbringe ich meine letzten Tage in Deutschland mit den millionen „Kleinigkeiten“ die noch erledigt werden sollten bis zur Abfahrt. Immer mit dem Gefühl dass ich irgendwas vergesse.
Unsere Zeitvorgaben bei diesem Unternehmen begrenzen arg die Möglichkeiten die sich mancher vielleicht vorstellt.
Z.B. unser erster Termin: Werner in Istanbul abholen. Das gibt uns gerade mal 4 ½ Wochen für Österreich, Slowenien, Kroatien, Albanien, Griechenland und den Westen Türkei. Die Prioritäten festzulegen ist keine leichte Aufgabe wenn es soviel zu sehen gibt. Wir haben uns für die grobe Einteilung (Richtwert): 1 ½ Wochen Türkei, 2 Wochen Griechenland und eine Woche für den Rest entschieden. Hauptsächlich wegen den Temperaturen die uns ende Oktober und Anfang November erwarten.
Dann der zweite Termin: Barbara’s Urlaub zwischen Weihnachten/NJ in Khartoum. Das gibt uns 4 ½ Wochen bis Assuan. Bedeutet: Resttürkei, Syrien, Jordanien, und Ägypten. Ein paar Tage in Khartoum ausspannen wird uns gut tun.
Als nächstes, Abflugtermin für Werner in Dubai am 1.Feb.: wieder 4 ½ Wochen für Restsudan, Äthiopien, Djibouti, Jemen, Oman und VAE. Das wird haarig! Sudan geht schnell. Durch die Simien-Berge von Äthiopien zu fahren ist einfach geil, Lalibela ebenfalls… dauert aber. Von Djibouti bis Jemen gibt es keine Fähren, da müssen wir auf Glück und Geld hoffen dass wir einen Kapitän finden der uns rübersetzt. Wie lange das dauert weis ich nicht… In Jemen gibt es sagenhafte Wandergebiete und schwer fahrbare Strassen. Über Oman weis ich noch nichts, aber viel Zeit werden wir dafür nicht haben zumal wir in Dubai Reserven brauchen für die Verschiffung der Maschinen.
Das liest sich ziemlich stressig, ist es aber nicht. Werner’s Prio liegt beim fahren selbst und ich hab’ das meiste schon gesehen während der letzten Tour.
Eine Rechnung verdeutlicht vielleicht die Gegebenheiten: Wir sprechen von ca. 20.000 km in ca. 15 Wochen… ergibt ca. 190 km/Tag. Wenn ich bedenke dass wir 1/3 der Zeit nicht fahren, ergeben sich ca. 285 km/Fahrtag… mein lieber mann, es liest sich wirklich stressig, wahrscheinlich werden wir abkürzen müssen.
Danach bin ich erst mal alleine… doch der nächste Termin wartet schon: Mitte April in China. Bedeutet 6 Wochen für Sri Lanka, Indien und Nepal. Wenn ich an die indische Küche denke, ist das eine verdammt lange Zeit! Anderenseits sollte der Monsun bis dahin größtenteils vorbei sein.
Man kann sich beliebig viele Sorgen machen, wozu ich im Moment neige, aber aus Erfahrung (zum Glück!) weis ich dass unterwegs alles entspannter wird.
Nun gut, der nächste Schritt steht an und heißt Abschied. Dazu freue ich mich über die vielen Zusagen zum Abschiedstrunk und wenn das Wetter schön sein sollte, werden wir mit ca. 20 Motorräder Richtung Süden losziehen. Unser erstes Ziel heisst Kempten. Mal sehen ob wir’s schaffen….
Es sind noch 11 Tage…

